Rosmarin

Ätherisches Öl 

Rosmarin

Ätherisches Rosmarinöl wirkt durchblutungsfördernd und antiseptisch. Zudem wird es zur Haarpflege und als Leber- und Galle-Tonikum angewendet.

Ätherisches Rosmarinöl

 

Den Rosmarin lasse ich über meine Gartenmauern wachsen,
nicht nur, weil meine Bienen ihn lieben,
sondern auch,
weil er das der Erinnerung und Freundschaft
geweihte Gartenkraut ist. Schon ein Zweiglein von ihm spricht eine stumme Sprache.

Sir Thomas More (Morus, ca. 1478-1535)

 

Steckbrief

Lateinischer Name: Rosmarinus officinalis

Besonderheiten: drei Chemotypen: Rosmarin Borneon, Rosmarin Cineol, Rosmarin Verbenon

Heilpflanze des Jahres 2000 und 2011

rosmarinus-officinalisBotanik

Immergrüner Halbstrauch, der in einem 50km-Gürtel rund um das Mittelmeer beheimatet ist

Eigenschaften

Duft: krautig-eukalyptusartig, frisch, kann je nach Chemotyp variieren

Hauptwirkungen/Anwendungsgebiete:

Je nach Herkunftsort und Chemotyp fallen Wirkung und Anwendung unterschiedlich aus:

Rosmarin Borneon (spanischer Rosmarin)

*** Muskulatur und Sehnen, Wirbel und Gelenke, Niedriger Blutdruck, ausbleibende Menstruation, Stärkung der Immunabwehr 

Rosmarin Cineol (nordafrikanischer Rosmarin)

*** Haare und Kopfhaut, Konzentration und Gedächtnis, Durchblutungsstörungen

Rosmarin Verbenon (französischer Rosmarin)

*** Leberschwäche, Galleninsuffizienz, Leber- und Gallenblasenentzündung. Migränekopfschmerz

Nebenwirkungen:

Ätherisches Rosmarinöl sollte aufgrund seiner anregenden Wirkung nicht bei Bluthochdruck eingesetzt werden. Ätherisches Rosmarinöl kann die Haut reizen.

Ausführliche Informationen über Rosmarin, Rosmarin als ätherisches Öl, Speiseöl, Gewürz und Tee finden sich auch auf der Seite rosmarinoel.net.

Rosmarinöl Eigenschaften

Rosmarinöl gehört zu den Top ätherischen Ölen und zeichnet sich durch einige typische Eigenschaften aus, die wiederum abhängig von Herkunftsort und Chemotyp unterschiedlich ausfallen können:

 

Rosmarin Borneon

spanischer Rosmarin

Rosmarin Cineol

nordafrikanischer Rosmarin

Rosmarin Verbenon

französischer Rosmarin

Geruch

frisch, stark kampfrig, medizinisch

frisch, scharf, aufsteigend, eukalyptusartig. Öffnet den Atem

frisch, krautig mit blumig-zarter Note

Farbe

farblos bis leicht gelblich

farblos bis leicht gelblich

farblos bis leicht gelblich

Beweglichkeit

leicht beweglich

leicht beweglich

leicht beweglich

harmoniert mit

  • Basilikum
  • Cistrosa
  • Elemi
  • Grapefruit
  • Kamille (blau)
  • Kiefernnadel
  • Lavendel
  • Mandarine
  • Neroli
  • Petitgrain
  • Pfefferminze
  • Rotem Thymian
  • Zedernholz
  • Zimt
 

  • Kiefernnadeln
  • Lavendel
  • Lorbeer
  • Majoran
  • Mandarine
  • Myrte
  • Tanne
  • Thymian
  • Ysop
  • Zimt
 

  • Anis
  • Fenchel
  • Kümmel
  • Lavendel
  • Litsea
  • Majoran
  • Orange
  • Rose
  • Thymian
  • Zedernholz

Brennpunkt

54° C

54° C

54° C

Das HMPC (Herbal Medicinal Product Commitee)hat Rosmarinblätter und Rosmarinöl als traditionelles pflanzliches Arzneimittel nach § 39a des Arzneimittelgesetzes eingestuft.

Rosmarinöl Herstellung

Für die Herstellung von ätherischem Rosmarinöl werden die in Blüte stehenden Zweigspitzen verwendet. Für ein kg der ätherischen Essenz werden für eine gute Qualität etwa 80 kg frisches Kraut benötigt. Das Öl wird durch Wasserdampfdestillation gewonnen. Bei spanischen Ölen werden oft auch die Zweige mit destilliert. Bei hochwertigen Ölen werden die geernteten Pflanzen direkt vor Ort destilliert, um Qualitätsverlust bei langen Transportwegen zu vermeiden und es werden keine Verdünnungsstoffe oder Zusätze verwendet.

Rosmarinöl Wirkung

Ätherisches Rosmarinöl hat eine umfassende gesundheitliche Wirkung. Jeder Chemotyp hat hierbei einen anderen Wirkungsschwerpunkt, den man beachten sollte, wenn man ätherisches Rosmarinöl zu aromatherapeutischen Zwecken einsetzt. In der folgenden Tabelle finden sich die Anwendungsgebiete und die jeweiligen Wirkungsschwerpunkte der drei Hauptchemotypen:

Rosmarin Borneon

Rosmarin Cineol

Rosmarin Verbenon

  • Haarausfall
  • Augenbrauenwachstum
  • Juckende Kopfhaut
  • Schuppen
  • Muskelkater
  • Muskelverspannungen
  • Muskelkrämpfe
  • Spastiken
  • Muskelverkürzungen
  • Muskelfaserriss
  • Prellungen
  • Verstauchungen
  • Sportverletzungen
  • Muskelschmerzen
  • Sehnenscheidentzündungen
  • Sehnenschmerzen
  • Halswirbelschmerzen
  • Schulterschmerzen
  • Lendenwirbelschmerzen
  • Ischiasschmerzen
  • Hexenschuss
  • Lendenwirbelschmerzen
  • Rückenschmerzen
  • Gelenkschmerzen
  • Hypotonie
  • Herzschwäche
  • Amenorrhoe (Ausbleiben der Menstruation)
  • Oligomenorrhoe (zu seltene Mensturation)
  • fettige Haut
  • Akne, Pickel
  • Abszesse
  • Cellulite
  • Vorbeugung
  • Stärkung des Immunsystems
  • Abwehr (Schnupfen, Grippe, Fieber)
  • Haarpflege
  • Fettendes Haar
  • Schuppen
  • Konzentrationsstörungen
  • Gedächtnisstörungen
  • Vorbeugung Alzheimer, Demenz
  • Ischiasschmerzen
  • Hexenschuss
  • Lendenwirbelschmerzen
  • Rückenschmerzen
  • Gelenkschmerzen
  • Durchblutungsstörungen
  • Wundheilung
  • Vorbeugung
  • Stärkung des Immunsystems
  • Abwehr von Erkältungskrankheiten
  • Bronchitis
  • Sinusitis
  • Otitis
  • Pilze innere Organe, Schleimhäute
  • Hautpilz
  • Fußpilz
  • Augenbrauenwachstum
  • Leberschwäche
  • Galleninsuffizienz
  • Leberentzündung
  • Gallenblasenentzündung
  • Herzrhythmusstörungen
  • Magenreizung
  • nervöser Magen
  • Blähungen
  • Verdauungsstörungen
 

Rosmarinöl für die Psyche

Rosmarin hat einen hohen Anteil an Campher. Diesem ist seine anregende Wirkung zuzuschreiben. Durch die Anwendung von Rosmarin wird die Produktion von Noradrenalin angeregt. Dieser Neurotransmitter steuert die mentale und psychische Stressanpassung. Er kann unsere Motivation und unsere Aufmerksamkeit erhöhen und wirkt stimulierend auf Körper und Geist. Auch die Produktion des Glücksbotenstoffs Dopamin kann durch Rosmarin positiv beeinflusst werden. So wird Rosmarin in Naturheilkunde und in der Aromatherapie auch vermehrt bei psychischen Problemen eingesetzt. Die beste Wirkung wird hier durch Inhalation oder die Verwendung des Öls in der Duftlampe erzielt.

Anwendungsgebiet

Rosmarin Borneon

spanischer Rosmarin

Rosmarin Cineol

nordafrikanischer Rosmarin

Rosmarin Verbenon

französischer Rosmarin

Schwäche und Antriebslosigkeit

  • Geistige Erschöpfung
  • Antriebslosigkeit

Nervosität

  • Nervöse Müdigkeit
  • Nervöse Depression
  • Nervöse Müdigkeit
  • Nervöse Depression

Rosmarinöl für Seele und Spiritualität

Ein weiterer Schwerpunkt der aromatherapeutischen Bedeutung des Rosmarinöls liegt in seiner seelischen Wirkung. Die Botschaft des Rosmarinöls lautet: „du schaffst das“.  Ätherisches Rosmarinöl aktiviert die Ich-Kräfte – stärkt Willenskraft und Durchsetzungsvermögen, hilft gegen mangelndes Selbstbewusstsein, Freudlosigkeit und Antriebslosigkeit. Es verhilft zu Klarheit und Kraft. Rosmarin war schon vor Jahrhunderten als starke Schutzpflanze, als Pflanze der Liebe und Kraftspender angesehen.

Für Seele und Spiritualität werden meist die kräftigen Chemotypen Rosmarin Borneon und Rosmarin Cineol in der Duftlampe oder dem Vaporisierer genutzt.

Anwendungsgebiet

Rosmarin Borneon

spanischer Rosmarin

Rosmarin Cineol

nordafrikanischer Rosmarin

Rosmarin Verbenon

französischer Rosmarin

Stirnchakra

  • Selbstvertrauen, Finden der Berufung
  • Durchsetzungskraft, Widerstandkraft im Leben
  • Selbstvertrauen, Finden der Berufung
  • Seelische Ängste und Zweifel vor der Zukunft
 

Kreativität

  • Lösen von Blockaden
  • Kreativitätssteigerung
  • Lösen von Blockaden
  • Kreativitätssteigerung
  • Lösen von Blockaden

Energien

  • Schutz vor negativen Energien
  • Verbindung zur Natur
  • Schutz vor negativen Energien
  • Verbindung zur Natur

rosmarinoel

Rosmarinöl Anwendung

Ätherisches Rosmarinöl kann auf unterschiedlichste Weise angewendet werden: In der Duftlampe, dem Vaporisierer, zur Inhalation, als Massage- oder Körperöl, als Badezusatz oder Zusatz in Shampoos, Cremes und Lotions, als Kompresse und Wickel.

Bei der Anwendung ist unbedingt auf die richtige Dosierung zu achten. Wer Rosmarinöl auf die Haut aufträgt, sollte es vorher mit einem Trägeröl verdünnen, da es andernfalls zu Hautirritationen führen kann.

Bei den meisten Anwendungen mit Rosmarinöl kann die Wirkung verbessert und/oder ergänzt werden, indem man das Rosmarinöl mit weiteren ätherischen Ölen mischt. Tipps zum Herstellen von Ölmischungen für unterschiedliche Anwendungen und Krankheiten finden sich in der Rubrik Rezepte.

Schwangere, Epileptiker und Bluthochdruckpatienten sollten auf die Anwendung von ätherischem Rosmarinöl verzichten. Auch bei Babys und Kleinkindern ist von der Anwendung von Rosmarinöl abzuraten.

Rezepte mit ätherischem Rosmarinöl

Anwendungsgebiet

Mischung/Chemotyp

Anwendung

Atemwegsinfekte

Erkältungskrankheiten

4 Tr Rosmarin Cineol auf 0,5 l kochendes Wasser geben und 5 Min. kräftig inhalieren.

Inhalations-Kur bei Schnupfen, Erkältungen und Grippeinfektionen: 4 – 5x tgl.; über 3-5 Tage.

5 Tr Rosmarin Cineol, 2 Tr Lemongras und 2 Tr Verbena

Duftlampe: wirkt desinfizierend im Raum und erleichtert die Atmung.

5 – 10 Tr Rosmarin Cineol ins Badewasser

Erkältungsbad

Otitis (Ohrentzündung)

1-2 Tr Rosmarin Cineol und einen Tr Lavendula Lanata auf etwas Watte träufeln

Watte vorsichtig in den Gehörgang einlegen. Morgens und abends wechseln. Achtung: Öl niemals direkt in den Gehörgang einträufeln, da so das Trommelfell geschädigt werden kann!

Durchblutungsstörungen

8 Tr Rosmarin Cineol 2 EL eines neutralen Öls (z.B. Sesam- oder Mandelöl) mischen

Massageöl/Körperöl

Hypotonie (zu niedriger Blutdruck)

Herzrhythmusstörungen

Herzrasen

Herzschwäche

Kreislaufprobleme

Hypotonie: 5 Tr Rosmarin Borneon

Herzrhythmusstörungen: 5 Tr Rosmarin Verbenon

Duftlampe oder Vaporisierer.

Zusätzlich: 10 Tr Rosmarinöl  pur in das Badewasser tropfen oder auch auf 2 EL Mandelöl ins Duschgel mischen.

Störungen der Leber/Galle

5-10 Tr Rosmarin Verbenon auf ein vorgewärmtes, feuchtes kleines Handtuch oder einen großen Waschlappen träufeln

Leberwickel: Lappen auf den rechten Rippenbogen legen, so dass er die Rippen in einer Diagonale kreuzt. Darüber eine heiße Wärmflasche legen. (Vorsicht: nicht so heiß, dass man sich verbrüht!). Anschließend den Körper mit einem großen Handtuch umwickeln. Etwa eine halbe Stunde einwirken lassen. Kann wahlweise auch als Bauchwickel verwendet werden.

Migräne

1 – 2 Tr Rosmarin Verbenon

Öl auf ein Taschentuch oder in die hohle Hand geben und inhalieren. Zudem 1 Tropfen Öl auf jede Schläfenseite und in den Nacken einmassieren. Wirkt nicht bei jeder Migräneart.

Menstruationsstörungen

4-6 Tr Rosmarin Borneon heißem Wasser übergießen

Fußbad drei Tage vor Periode anwenden. Das Wasser muss wirklich heiß, aber natürlich noch erträglich sein und sollte über die 10 – 15 Min. des Fußbades durch Nachgießen heiß gehalten werden. Anwendung drei Tage lang wiederholen.

Konzentrationsstörungen Stärkung des Gedächtnis

5 Tr Rosmarin Cineol und ggf. zusätzlich 5 Tropfen Verbenaöl.

Duftlampe

nervöser Müdigkeit nervöser Depression

10 Tr Rosmarin Cineol

Vollbad. Wirkt auch gegen Stress.

Akne

fettige Haut

4 Tr Rosmarin Borneon mit gut einem Liter etwa 80 Grad heißem Wasser in eine Schüssel geben.

Gesichtsdampfbad

Muskelkater

Verspannungen

Vorbereitung auf sportliche Aktivitäten

4 Tr Rosmarin Borneon auf 1 TL Bio-Sesamöl.

Massageöl

Entzündungen

Schmerzen

Hautregeneration

100 ml naturtrübes Bio-Olivenöl vergine mit 20 Tr mischen

Betroffene Stellen sanft mit der Mischung einreiben.

Haarausfall

Haarpflege

Schuppen

problematische Kopfhaut

Je 5 Tr Rosmarin Borneon und Rosmarin Cineol in ein neutrales Shampoo mischen

1x tgl. Haare mit dem Rosmarinölshampoo waschen: einmassieren, 2 Min. einwirken lassen.

                                                                                                                           

Inhaltsstoffe des Rosmarinöls

Ätherisches Rosmarinöl ist in Anwendung und Wirkung ausgesprochen vielseitig.  Seine einzigartigen Wirkmechanismen verdankt es den einzelnen wertvollen Inhaltstoffen und ihrem Zusammenspiel.

Die wichtigsten bekannten Inhaltsstoffe der drei Chemotypen des Rosmarinöls sind in folgender Tabelle* im Überblick aufgeführt:

Inhaltsstoff

Rosmarin Borneon

spanischer Rosmarin

Rosmarin Cineol

nordafrikanischer Rosmarin

Rosmarin Verbenon

französischer Rosmarin

Monoterpene 

 

 

 

α-Pinen

Camphen

β-Pinen

β-Myrcen

Limonen

p-Cymen

7,2-14,0 %

2,5-6,5 %

4,0-9,0 %

1,0-2,0 %

1,5-4,0 %

0,8-2,5 %

18,0-26,0 %

8,0-15,04 %

2,0-6,0 %

1,5-5,0 %

2,5-10,62 %

1,0-2,2 %

18,0-44,0 %

5,0-9,5 %

0,5-3,0 %

1,0-3,0  %

3,5-4,5 %

1,0-3,0 %

Monoterpen-Oxide

 

 

1,8 Cineol

38,0-55 %

10,67-25,0 %

2,0-10,0 %

Monoterpenole

 

α-Terpineol

Linalool

Geraniol

Borneol

1,0-2,6 %

0,4-1,0 %

nn

1,5-5,0 %

1,0-3,5 %

0,7-1,2 %

nn

2,0-4,5 %

0,8-1,2 %

1,5-4,0 %

0,5-3,0 %

4,0-9,0 %

Ketone

Borneon (Campher)

Verbenon

5,0-15,0 %

max. 0,4 %

13,0-21,0 %

0,7-2,5 %

1,5-11,5 %

3,0-10,5 %

Monoterpen-Ester

 

Bornylacetat

0,1-1,5 %

0,5-2,5 %

8,5-17,0 %

*Tabelle nach Steflitsch, Wolz, Buchbauer (Hrsg.): Aromatherapie in Wissenschaft und Praxis. Stadelmann Verlag, 2013.

Da ätherisches Rosmarinöl ein Naturprodukt ist, kann der prozentuale Anteil der Inhaltsstoffe abhängig von Klima, Bodenbeschaffenheit, Höhenlage und Sonneneinstrahlung auch innerhalb der einzelnen Chemotypen variieren. Diese Tabelle stellt somit nur ungefähre Richtlinien dar.

Rosmarinöl Nebenwirkungen

Ätherisches Rosmarinöl ist generell gut verträglich. Dennoch gilt auch hier: die Dosis macht das Gift. Bei Überdosierung kann Rosmarinöl toxisch wirken und zu Rauschzuständen führen. Bei niedriger Dosierung wirkt Rosmarinöl anregend und belebend, doch bei zu hoher Dosierung kann es zu einem plötzlichen Blutdruckabfall kommen.

Äußerliche Anwendung:

Bei einer äußerlichen Anwendung sollte Rosmarinöl stets verdünnt werden. Es gilt die Faustregel, dass man keine Extrakte einsetzen sollte, die mehr als 10% ätherisches Rosmarinöl enthalten, ansonsten können Hautreizungen auftreten.

Innere Anwendung:

Ätherisches Rosmarinöl kann bei innerer Anwendung Schleimhäute, Magen und Darm reizen und Leber und Nieren belasten. Innerlich sollte ätherisches Rosmarinöl daher nur in Absprache mit Arzt oder Heilpraktiker und stark verdünnt eingenommen werden. Besonders bei Rosmarin Borneon ist aufgrund seines hohen Camphergehalts und bei Rosmarin Verbenon aufgrund seines hohen Ketongehalts Vorsicht bei der inneren Anwendung geboten.

Wer nicht auf eine innere Anwendung von Rosmarin verzichten möchte, kann auch auf mildere Anwendungsformen zurückgreifen: Auch beim Genuss von Rosmarintee, Rosmarinspeiseöl und Rosmaringewürz kommen die wertvollen Inhaltsstoffe des Rosmarin  der Gesundheit zugute.

Rosmarinöl in der Schwangerschaft:

Ätherisches Rosmarinöl darf in der Schwangerschaft nicht verwendet werden. Aufgrund seiner durchblutungsfördernden und anregenden Wirkung kann es wehenfördernd wirken.

Rosmarinöl bei Babys und Kleinkindern:

Auf die Anwendung von ätherischem Rosmarinöl bei Babys und Kleinkindern sollte verzichtet werden. Bei Babys und Kleinkindern kann statt der positiven Wirkung ein unerwünschter Umkehreffekt, wie z.B. Atemnot entstehen.

Bei älteren Kindern sollte die Dosierung des Öls entsprechend angepasst und verringert werden.

Weitere Risiken und Gegenanzeigen:

Epileptiker und Bluthochdruckpatienten sollten auf die Anwendung von ätherischem Rosmarinöl verzichten bzw. nur in Absprache mit ihrem Arzt durchführen. Bei Asthmaerkrankungen sollte die Dosis besonders behutsam gewählt werden. Auch bei der Einnahme von Medikamenten sollte die Anwendung von Rosmarinöl mit dem behandelnden Arzt besprochen werden, da Rosmarinöl den Abbau von einigen Medikamenten beeinflussen kann.

Kosmetikverordnung:

Nach der Kosmetikverordnung deklarationspflichtige sensibilisierende Inhaltsstoffe in Rosmarinöl sind Limonen, Linalool und Geraniol.

Die Empfehlung für Grenzwerte von Rosmarin als Bestandteil im Endprodukt liegen nach dem RIFM(Research Intitute for Fragrance Materials) bei 10 %.

Wissenswertes

Rosmarin, Marienkraut, Brautkraut, Hochzeitsblümchen, Tau des Meeres, Weihrauchkraut – seine vielen Namen verdankt der Rosmarin nicht zuletzt seiner jahrhundertealten Tradition als Heil-, Schutz- und Küchenkraut. Rosmarin spielte lange Zeit eine wichtige Rolle bei vielen Ritualen und einschneidenden Lebensabschnitten. Im alten Ägypten war er Grabbeilage für Pharaonen, in der Antike wurden reinigende und rituelle Räucherungen mit ihm vollzogen. Im alten Griechenland trugen die Schüler Rosmarinkränze um die Leistung zu verbessern. In Spanien galt Rosmarin als Schutz vor bösen Geistern. Er galt als Kraut des Lebens und symbolisierte zugleich den Tod. Rosmarin wurde zum Abschied und zu Hochzeiten überreicht. Rosmarin war das Kraut der Treue und der Freundschaft. Doch auch seine gesundheitliche Wirkung wurde früh entdeckt und spätestens seit dem Mittelalter war er ein beliebtes Heil- und Küchenkraut auch in unsren Breitengraden. Mönche brachten das Kraut über die Alpen. So schrieb schon der Apotheker und Botaniker Tabernaemontanus im 16. Jahrhundert über den Rosmarin:

„Rosmarin gehöret in die Küchen / Keller und Apotheken/darum dass alle Speiß und Tranck mit Rosmarin bereitet / lieblich und wol schmecken / auch zu vielen Gebresten dienlich ist.“

Viele der zahlreichen positiven Eigenschaften und Wirkungsweisen des Rosmarins sind heute durch wissenschaftliche Studien belegt.




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